Fachbereich Darstellende Kunst
Die Darstellende Kunst war immer eine sehr kleine Gruppe innerhalb der GEDOK. Nach der Neugründung hat sie meist nicht mehr als 10 Mitglieder umfaßt. Doch haben ihre Mitglieder manchmal die Geschichte der GEDOK entscheidend mitbeeinflußt.
Die Schauspielerin Mary Schneider-Braillard beispielsweise, schon ein Mitglied der GEDOK Berlin in den dreißiger Jahren, übernahm bei der Neugründung der GEDOK Berlin 1960/61 den 1. Vorsitz. Die bedeutende und weltberühmte Pionierin des Ausdruckstanzes Mary Wigman war Ehrenmitglied.
Und auch in den Jahren 1987/88 übernahm die Schauspielerin, Regisseurin und spätere Intendantin des Kleist Theaters in Frankfurt/Oder, Marie-Luise Preuss, die Rolle der 1. Vorsitzenden in Berlin.
Leider sind bis jetzt wenig Unterlagen im GEDOK-Archiv greifbar, anhand derer man die Aktivitäten und Projekte dieser frühen und auch der folgenden Jahre dokumentieren könnte. Doch hat es damals wie auch heute eine rege Zusammenarbeit mit der Gruppe Musik gegeben. Dokumentiert ist beispielsweise ein Abend unter Mitwirkung von Mary Schneider-Braillard mit Werken jüdischer Dichterinnen und Komponistinnen "Auftakt Memoriam Ausklang" 1961. "Exil und Exodus", ein Projekt der Gruppen Darstellende Kunst, Literatur und Musik, im Rahmen des deutsch-israelischen Ausstellungsprojektes "Kunst sehen" im Juni 1999, und die im Jahr 2000 in der Schwartzschen Villa stattfindende Lesereihe "Himmelwärts fährt Aschenstaub" Verfemt Verbrannt Vertrieben, ein Dialog mit Texten und Musik für und von Schriftstellerinnen aus der Zeit der Verfolgung stehen damit als Lesereihen ganz im Zeichen einer langen und immer noch aktuellen GEDOK Tradition.
In den 70er Jahren hat Marie-Luise Anger (Gründerin und Leiterin der staatlich anerkannten "Berliner Schule für Mime und Pantomime") zusammen mit der 1987 verstorbenen Flötistin Jeanette Chemin-Petit aus der GEDOK-Gruppe Köln die Reihe "Kontrapunkte" geschaffen. Diese erreichten nicht nur große Aufführungszahlen, durch ihre künstlerische Arbeit entstand auch eine Vernetzung der GEDOK-Verbände.
