Fachbereich Bildende Kunst
In den ersten Jahren seit der Wiedergründung 1960 spielten sich die Aktivitäten der GEDOK im privaten Rahmen ab. Kleine Verkaufs-Ausstellungen, Konzerte, Lesungen fanden in Räumen statt, die von Kunstfreundinnen hierfür zur Verfügung gestellt wurden. Erst in den 70er Jahren trat die GEDOK Berlin, dank der Initiative der Vorsitzenden, mit ihren "Jahresausstellungen" an die Öffentlichkeit. Zunächst in der Berlinischen Galerie, später im Haus am Lützowplatz konnten die Künstlerinnen ihre Arbeiten vorstellen. Mit themenbezogenen Ausstellungen machte die GEDOK zunehmend auf sich aufmerksam; sie nahm nun einen angesehenen Platz in der Berliner Kunstszene ein.
Diese Entwicklung wurde bundesweit unterstützt durch die Ausstellung "Gegenlicht" in der Kunsthalle Berlin am Breitscheidplatz anläßlich des 60jährigen Jubiläums der GEDOK.
Unter dem rot-grünen Senat Ende der 80er Jahre gab es in der Kulturpolitik eine Umorientierung. Für die spezielle Förderung von Künstlerinnen wurde in der Verwaltung des Kultursenats eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Mit finanzieller Unterstützung aus dem Etat dieser Arbeitsgruppe konnte die GEDOK seitdem zahlreiche z.T. sehr umfangreiche und innovative Ausstellungsprojekte verwirklichen. "Bildräume - Lebensräume" im Haus am Kleistpark, in Kooperation mit dem Künstlerweiterbildungs-Projekt der Hochschule der Künste (HdK), war ein erstes größeres, durch den Kultursenat mitfinanziertes Projekt. Diese "biographische" Ausstellung, beruhte auf Dialogen zwischen Künstlerinnen und Studentinnen der HdK. Dazu gehörte auch die Ausstellung "GEDOK Bildende Kunst und Gäste" 1992 im Ausstellungszentrum unter dem Fernsehturm am Alexanderplatz, in der Künstlerinnen aus Ost und West erstmals gemeinsam vertreten waren. Ihr folgten Kooperationsprojekte: 1994/95 mit der inzwischen gegründeten GEDOK Brandenburg und 1999/2000 mit Künstlerinnen aus Erfurt in gegenseitigen Ausstellungen.
Auch mit den Ausstellungszyklen "Kontrapunkt", "Berlin-Europa" und "5 Blicke auf die Wirklichkeit" zeigte die GEDOK-Berlin eine zeitgemäße Präsentation von Künstlerinnen.
Im 70sten Jahr nach der Gründung der GEDOK konnten 1996, finanziert durch Gelder der Klassenlotterie, gleich zwei große zukunftsweisende interdisziplinäre Projekte präsentiert werden: im Künstlerhaus Bethanien "aus14räumen" und in der Künstlerwerkstatt Bahnhof Westend "Über Grenzen" mit vorwiegend multimedialen Arbeiten, Installationen, Fotografie. Kritische und satirische Zeichnungen und Grafiken wurden in der Galerie Pankow ausgestellt.
Malerinnen konnten in der Kommunalen Galerie Wilmersdorf, in der Schwartzschen Villa in Steglitz und mehrfach in der Matthäus-Kirche am Kultur-Forum ihre Arbeiten zeigen. In einer besonderen Ausstellung stellte die GEDOK-Berlin 1997 fünf ihrer älteren Künstlerinnen in einer Videodokumentation vor.
Im Jahr 1999 konnten gleich zwei Ausstellungs-Höhepunkte realisiert werden. Zum ersten Mal gab es eine Ausstellung gemeinsam mit nichteuropäischen Künstlerinnen: "Kunst sehen", ein israelisch-deutsches Ausstellungsprojekt im Rathaus Schöneberg. Das Projekt "Experiment Mensch. Von der Genesis zur Genetik" war nicht zuletzt auch durch den Ausstellungsort, das Museum für Naturkunde, auf den sich die Künstlerinnen in überzeugender Weise mit ihren Arbeiten bezogen, herausragend für die Ausstellungsgeschichte des Vereins im Fachbereich Bildende Kunst.
